Logbucheintrag 11: Lange war ich weg doch hier bin ich wieder....

Samstag, 15.11.2014

Aber eure Sektflaschen müssen noch ein wenig im Kühlschrank bleiben, es beginnt nur ein neuer Abschnitt meiner Reise. Neuseeland! Aber zuerst möchte ich euch kurz beschreiben, was ich die letzten Monate so getrieben habe: ich habe um die 100.000 Bäume gepflanzt, ein Gebiet so groß wie 4 Fußballfelder mit Hacke und Sparten vom Unkraut befreit und mit meinem Trimmer unzählige Bäume von Passion Fruit und Root Rods befreit, wobei das letze meine Hauptaufgabe war und am meisten „Spaß“ gemacht hat. Im großen und ganzen waren wir jeden Tag gut beschäftigt. ,,Wir‘‘ das war eine Gruppe aus Franzosen, Holländern, Deutschen und Argentiniern, die zusammen in einer Unterkunft lebten, die wir alle liebevoll ,,Bunker‘‘ nannten. Ohne die Hilfe der anderen wäre ich bestimmt immer noch am pflanzen.. Mein Ziel war Australien einmal zu umrunden, dies habe ich leider nicht geschafft. Ich bin aber immerhin bis Kunnunurra gekommen, was fast die Hälfte ist. Außerdem habe ich genügend Tage für mein Second year Visa welches mir ein weiteres Jahr work and travel ermöglicht. Die Farm auf der ich gearbeitet habe bewirtschaftet 2500 Hektar voll mit Sandelwood, welches neben Tieck Holz eines der teuersten Holzarten der Welt ist. Aus Teilen des Stamms und der Wurzel wird ein Öl gewonnen, welches für die Kosmetikindustrie sehr wichtig ist. Dadurch, dass es solch eine große Farm war, standen uns Autos und Kanus zur Verfügung, die wir natürlich gerne nutzten, um unseren Sonntag kreativ zu gestallten So verbachten wir den ein oder anderen Nachmittag am swimm beach, wo sie eine Woche vor meiner Abreise ein Salzwasser Krokodil raus zogen. Einmal hat sich das Team eine längere Auszeit genommen und wir sind 2 tage mit den Kanus vom Lake argyle zurück nach Kununnurra gepaddelt, haben gefischt, Lagerfeuer gemacht und irgendwo im Busch übernachtet. Zu dieser Zeit war das Wetter noch auszuhalten, aber dies änderte sich von Monat zu Monat. Als ich angefangen habe war es wie ein warmer Sommer. Jetzt wo ich abgereist bin war es wie eine Dampfsauna! Wir hatten jeden Tag über 40 Grad und eine Luftfeuchtigkeit bei der du nur an Arbeit denken musstest und sofort angefangen hast zu schwitzen. Ich habe jeden Tag um die 7-9 Liter Wasser getrunken und mir ist der Schweiß nur so runter gelaufen. Es war genau der richtige Zeitpunkt Kununnurra zu verlassen, da die Wet-season so langsam beginnt, in der die Regenfälle zunehmen und die Kimberly Region (in der Kununurra liegt) ist die mit den meisten Toten durch Blitzschlägen. So habe ich meinen Rucksack gepackt und bin über Perth nach Sydney geflogen und von dort aus nach Auckland. Mein Visa habe ich schon vorher beantragt, sodass die Einreise wie in Australien kein Problem war. Es gab nur eine Verzögerung durch den Hund des Zöllners, der mein Lunch anscheinend sehr lecker fand. Letztendlich durfte ich aber meine Pasta behalten, weil kein Fleisch drin war. Jetzt bin ich voller freudiger Erwartungen was Neuseeland wohl für Überraschungen für mich bereit hält. Die erste ist diesem Land schon gut gelungen: Es ist kalt und es regnet bis jetzt jeden Tag. Aber noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es besser wird.

 

Logbucheintrag 10: Immer weiter!

Donnerstag, 19.06.2014

Ganz der Webadresse entsprechend habe ich zum schlecht Wettereinbruch Margaret River verlassen. Immer weiter Richtung Norden ist das Motto. Den ersten Stopp hatten wir in Perth, wo wir noch ein paar alte Bekannte aus dem Hostel besuchen waren und unsere Vorräte auffüllen wollten. Nur leider war zu der Zeit gerade ein Feiertag, somit musste das genügen, was wir noch im Auto hatten. Tat es aber leider nicht, sodass wir in einen kleinen total überteuerten Supermarkt mitten im nirgendwo nochmal das nötigste nachholen mussten. Aber dann ging es weiter nach Geraldton. Dort konnten dann die Vorräte wieder vollständig aufgefüllt werden. Geraldton gefiel uns sehr gut und die kostenlose Campingmöglichkeit machte auch einen guten Eindruck aber nach der ersten Nacht veränderte sich das schlagartig. Bevor ich aber weiter erzähle muss ich euch erstmal sagen, dass unsere Campingplätze keine offiziellen sind, es handelt sich dabei eher um abgelegene Parks, Wiesen oder Waldstraßen. In Geraldton handelte es sich um einen abgelegenen Park, da gab es sogar eine Toilette und weit und breit kein Haus in Sicht. Dort haben wir dann unserer Zelt aufgebaut und sind zeitig schlafen gegangen, da wir von der Fahrt ziemlich müde waren. Mitten in der Nacht wurden wir von monsunartigen Regenfällen geweckt, komisch war allerdings, dass sie anfingen und gleich wieder aufhörten. Es dauerte nicht lange bis wir heraus gefunden hatten, dass das Zelt in mitten einer Rasensprengeranlage aufgebaut war. Das hatte zur Folge, dass wir in der Nacht das komplette Zelt leer räumen und umstellen mussten. Am Ende dieser nächtlichen Rückaktion waren wir total durchnässt. Dadurch haben wir morgens ein wenig verschlafen, sodass wir vom Ranger geweckt wurden, der das gar nicht gut fand, dass hier gezeltet wird. Aber wir konnten ihn dann letztendlich dazu bewegen, dass er Gnade vor Recht ergehen lässt und somit sind wir nochmal mit einer Verwarnung davon gekommen. Dadurch haben wir Geraldton dann doch eher verlassen. Dann führte uns unser weg durch den Kalbari Nationalpark nach Monkey Mia. Wo es möglich war wilde Delfine zu füttern. Leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite, aber bei um die 32 grad ist ein kurzer Schauer eine schöne Abkühlung. Am Tag unserer Abreise wurde aus den paar Schauern allerdings ein richtiger Dauerregen, sodass wir den ganzen Tag durch den Regen gefahren sind. Bei soviel Regen waren alle unsere Schlafmöglichkeiten überschwemmt. Glücklicherweise war der letzte Platz zwar sehr matschig und überfüllt, aber es war noch kein See. Am nächsten morgen sollte es weiter nach Exmouth gehen nur waren alle Straßen die nach Exmouth führten wegen Überflutung gesperrt, sodass wir umdrehen mussten und unsere Reise leider ohne Exmouth fortsetzten in Richtung Broome. Auf dem weg dorthin machten wir einen Stopp in Karijini Nationalpark, wo es Wasserfälle und Löcher zum Baden gab. In Broome trafen wir viele Bekannte aus unserer Pflückerzeit wieder und blieben dort für eine gute Woche, genossen den endlosen Strand und das wärmste Meereswasser in dem ich bis jetzt gebadet habe. Danach sollte unser nächster kultureller Stopp Wolf Creek heißen, auf den ich mich schon sehr gefreut habe. Das Problem ist, dass wir schon gehört haben, dass es 130 km unbefestigte Straße bis dahin sind. Wir wollten es aber dennoch versuchen. In Halls Creek machte ich mich im Information Center kundig, ob es auch ohne einen 4 weehl drive möglich ist und die Straßen waren frei gegeben, also machten wir uns auf den Weg. Die ersten Meter der dirt road waren auch okay, aber dann wurde es schlimmer und schlimmer. Als wir dann noch an einem Jeep mit geplatzten Reifen vorbei gefahren sind, nahmen wir das als Zeichen um zu drehen. Denn letztendlich sind wir in 45 Minuten gerade mal 8 km gefahren und ein Reserverad hatten wir auch nicht dabei. Da tat mir mein Herz schon ziemlich weh, aber ihm nachhinein trafen wir zwei Niederländer die den Weg gefahren sind und einen geplatzten Reifen hatten und meinten, dass die Straße von Meter zu Meter immer noch schlechter wird, im selben Atemzug betonten sie aber auch, dass es sehr sehenswert war und zeigten uns stolz ihre Fotos. Naja vielleicht ein anderes mal.. In der nördlichsten Stadt in Australien hatten wir unseren nächsten längeren Aufenthalt und campten die ersten Nächte an einem Fluss, wo wir von den Mücken fast leer gesaugt wurden. Dann wechselten wir in den Busch, wo es viel besser war. Leider haben wir es nichtmehr geschaft ein paar Krokodile zu sehen, weil wir unverhofft aus Darwin abreisen mussten. Auf der Hinfahrt haben wir uns nämlich bei einer Farm Agentur registriert und da gab es dann von einen Tag auf den anderen einen Job für uns. Somit haben wir alles schnell zusammen gepackt und sind von Darwin nach Kununurra, gefahren was ca. 800 km entfern von einander ist und hier sitze ich nun, schreibe meine Zeilen und muss aufpassen, wann es Abendbrot gibt sonst gehe ich leer aus.

 

Logbucheintrag 9: Police freeze

Donnerstag, 01.05.2014

Bevor es los geht möchte ich mich bei euch allen für die Glückwünsche und die tollen Kommentare bedanken. Ich freue mich immer sehr, wenn ich etwas Neues lesen kann und ich denke, dass es bei euch genauso ist. Deshalb will ich jetzt auch gleich los legen. Das gesamte Wochenende wollten wir eigentlich damit verbringen, Surf Profis wie Kelly Slater, Taj Burrow oder Gabriel Medina bei der Arbeit zu zusehen, nur leider gab es keine Wellen, sodass ein neuer Plan hermusste. Glücklicherweise hatte ich in der Zeitung von einer Rally in Bussulton gelesen, so haben wir unser Zelt eingepackt und sind dort hin gefahren. Dort gab es auch zum Glück einen freien Campingplatz, sodass die Nacht gerettet war. Um die Rally mit drei Worten zu beschreiben: Laut, Dreckig, Schnell. Genauso wie Mann es mag. Als wir angekommen sind startete gerade das Stadtrennen das heißt, dass die Fahrer wie Verrückte durch die Stadt fahren. Am nächsten Tag ging es dann im Busch weiter. Da wir ausnahmsweise mal pünktlich waren, haben wir einen guten Platz direkt hinter einer Kurve bekommen. So hast du erst von der Ferne ein lautes Grummeln gehört, als ob ein Gewitter aufzieht. Dann schrie auch schon der Streckenguard: ,,Car is coming‘‘ als ob man es nicht hört und sieht, anhand der aufsteigenden Staubwolke und dann plötzlich rast ein Rally Car an einem vorbei und man steht inmitten von Staub. Mir ging das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht an diesem Tag. Der große Unterschied bei solch einem Event zwischen Deutschland und Australien ist, dass es nicht eine Essens- und Bier-Bude an der Strecke gab (keine Bier-Bude ist ja klar, da Alkohol trinken in der Öffentlichkeit hier in Australien verboten ist). Dafür war die gesamte Veranstaltung umsonst und wir konnten sogar ohne Probleme durch das Fahrerlager gehen. Zurück in Margaret River haben wir wieder unseren Free Campingplatz bezogen. Am Freitag waren wir nochmal im Office und haben für die Woche einen guten Job bekommen, dieser bestand darin, Netze von den Weinreben runterzuholen. An und für sich ein ganz netter Job, nur leider hat es den ganzen Tag geregnet. Die gesamte Woche hatten wir gut zu tun was uns nach dieser Flaute natürlich sehr freute. Am Freitag war ich dann auch Bucket Boy, womit ich jetzt jeden Job vom Traktor fahren bis hin zum Fruitpicker gemacht habe. Desweiteren haben wir eine Begegnung gemacht, auf die jeder gerne verzichten würde. Wir wurden von der Polizei gestoppt, weil wir ein wenig zu schnell gefahren sind, was wohl daher kam, dass wir direkt am Strand langefahren sind und ein wenig abgelenkt waren. Naja mit Geschwindigkeiten verstehen die hier keinen Spaß aber das unser Auto so laut wie ein Panzer ist, hat die Gesetzeshüter gar nicht gestört. Wir haben uns nämlich ein wenig den Auspuff „getunt“. Da unser Auto durch das ganze Reise- und Campinggepäck ziemlich tief liegt, haben wir uns bei dem herunterfahren eines Bordsteins, die hier sehr hoch sind, den Vorschalldämpfer abgerissen. Aber dieser ist nun schon wieder repariert, was sich leichter anhört als es letztendlich war. Wir waren bei jeder Werkstatt in Margaret River und alle wollten uns einen neuen Auspuff verkaufen, der natürlich sehr teuer ist, wir aber wollten das ding einfach nur geschweißt bekommen. Aber bei der letzen Werkstatt hatten wir Glück. Der hat sich die ganze Geschichte angesehen und sofort gesagt: ,,Kein Problem Jungs, wir nehmen das Ding einfach raus, das braucht sowieso keiner und dann setzen einfach nen Rohr ein..‘‘ und so haben wir das dann auch gemacht. Nun haben wir wieder ein leises Space Shuttle. Ich begebe mich jetzt auf die zweite Etappe meiner Australienreise. Da sich die Traubensaison und das schöne Wetter langsam dem Ende zuneigen, fahren wir immer am Meer entlang Richtung Norden. Dort soll jetzt die Regenzeit vorbei sein und das schöne Wetter schon voll in Gange sein. Aber bevor es los geht möchte ich euch noch einen Wegbegleiter von mir vorstellen: das gute Schnickers Toast! Dazu benötigt man nur 2 Scheiben Toast, Erdnussbutter und Schokoladenaufstrich. Die eine Seite des Toasts großzügig mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Seite mit Schoko Aufstrich und fertig ist das voll wertige Frühstück. Lasst es euch schmecken...

 

 

Logbucheintrag 8: Wall E, der Letzte räumt den Garten auf!

Montag, 07.04.2014

Nachdem wir aus dem Hostel, was ca. einen guten Monat unser zuhause war, ausgecheckt haben, sind wir jetzt wieder Busch Camper. Den Luxus einer warmen Dusche und einer Toilette haben wir gegen Campingliegen und Zelte eingetauscht. Aber das Camperleben hat auch seine Vorzüge. So habe ich die erste Nacht, in der wir das Hostel verlassen hatten, unter dem Sternenhimmel irgendwo im Wald übernachtet, weil der Supermarkt nur noch 2 Zelte hatte und unser 6 Mann Zelt zu groß ist zum Busch Camping. Das war das Erste aber sicher nicht das Letzte mal. Abgesehen von den Mückenstichen und des komischen rascheln neben mir, war es nämlich ziemlich schön einzuschlafen, denn das Letze was man sieht ist ein wunderschöner Sternenhimmel, der mit unserem sehr schwer zu vergleichen ist. Ich habe auch schon versucht ihn zu fotografieren, aber es ist einfach zu dunkel. Tagsüber habe ich durch einen glücklichen Zufall Arbeit bei einem Künstler Ehepaar bekommen, wo ich den Garten pflege, Holz hacke, Wasserleitungen lege und manchmal auch selber Künstler werde. Die Sitzecke habe nämlich ich gestaltet. Leider habe ich es versäumt ein Anfangsfoto zu machen, aber dort war wirklich gar nichts und jetzt ist dort eine Wohlfühloase. Dort habe ich bis jetzt ca. 1,5 Woche gearbeitet, aber dann mussten beide für wichtige Termine nach Perth und jetzt hoffe ich, dass sie schnell wieder zurück sind. Denn die Traubensaison ist langsam vorbei. Ich war die letzten Wochen max. 2 mal die Woche auf dem Feld und außerdem ist es eine willkommende Abwechslung zum Pflücker Alltag. Traktor fahren durfte ich auch nochmal, es macht einfach so viel Spaß mit dem Teil auf dem Acker lang zu fahren. Das Nachlassen der Pflückerjobs bewegt auch viele dazu Margaret River zu verlassen, aber wir wollen die ASP Welttour noch sehen, die in den ersten Aprilwochen hier einen Stopp einlegt. Also halten wir aus. Dadurch, dass wir jetzt unser Space-Shuttle haben, sind wir auch viel mobiler. Nur leider sah der Kofferraum ein bisschen größer aus, aber wir haben dennoch mit ein wenig drücken alle unsere Sachen verstaut bekommen. Dadurch, dass wir jetzt viel mobiler sind und nicht mehr Hitch hicken müssen, haben wir auch ein wenig Zeit für Kultur. So haben wir uns die Cadalup und Giant cave angesehen. Wobei die Besichtigung der letzteren einer Abenteuertour glich. Wir mussten durch Felspalten klettern, Leitern erklimmen und durch Löcher klettern, wo wirklich gerade so ein Mensch durch gepasst hat und das alles im Licht einer kleinen Taschenlampe. Aber wir haben es alle überlebt. Einen anderen Tag sind wir nach Busselton gefahren, die neben einer freien Dusche auch den längsten Jetty in ganz Australien haben, der ist so lang, dass dort sogar eine kleine Bahn hin und her fährt. Dort habe ich mir dann auch mein Zelt gekauft. Was ich aber abends nicht gebraucht habe, da wir die Nacht am Strand verbracht haben. Dort gab es zwar nicht so viele Mücken, dafür aber eine Menge Wind. Der Weckservice war dort auch der beste, den wir jemals hatten. Morgens ist eine Straßenreinigungsmaschine gefühlte 100x an uns vorbei gefahren, bis wir dann endlich aufgestanden sind. Schreibt mir doch in die Kommentare was das schlimmste war, wovon ihr schon mal geweckt wurdet und Mutti mit dem Staubsauger vor der Zimmertür gilt nicht! Im Moment haben wir uns auf einem Campingplatz eingemietet, weil es hier echt angefangen hat zu regnen. Die gesamte Zeit, die wir in Margaret River sind, gab es nicht einen Tropfen und jetzt hört es nicht mehr auf zu regnen. Aber zum Wochenende soll es wohl wieder besser werden. Ich freue mich schon auf eure Aufweck-Geschichten.

 

Logbucheintrag 7: Arbeit Arbeit

Dienstag, 11.03.2014

Nach langem Suchen und durch einen Funken Glück bin ich jetzt Fruit picker in Down under. Aber so romantisch wie es sich anhört, ist es leider nur manchmal. Ich will versuchen euch einen kleinen Einblick zu geben. Mein Tag beginnt jetzt meistens so gegen 4.45 Uhr  „Morgens“. Dann gibt es ein zünftiges Frühstück, weil während des Picking kaum Pausen gemacht werden. Das war ne ganz schöne Umstellung. Morgens um 5 Uhr schon beispielsweise Bohnen oder Nudeln zu essen, aber man gewöhnt sich an alles. Das Pausenproblem ist eigentlich selbst gemacht, denn wenn du willst kannst du den ganzen Tag Pause machen aber wir werden nach Eimern bezahlt und nicht nach Stunden, deshalb heißt es: Hurry up !! Der Preis pro Eimer (ca. 10 kg) schwankt zwischen 2 und 3 Dollar, das hängt von der Größe und Art  der Trauben ab. Nachdem ich mir mein Frühstück habe schmecken lassen, geht es auch schon los zum Büro. Da trifft sich das gesamte Team immer zur Abfahrt zu den Weinfarmen. Welches Team du bist erfährst du meistens erst einen Tag zuvor per sms und wenn du keine erhältst, gibt es auch keine Arbeit für dich am nächsten Tag. Dadurch kann man schlecht planen, weil es immer ungewiss ist ob du am nächsten Tag los darfst oder nicht. Aber bei mir funktioniert es glücklicherweise ziemlich gut. Nachdem du dann deinen Namen im Büro auf der Liste abgehakt hast, musst du dir erstmal noch eine Mitfahrgelegenheit  organisieren. Die Teams sind aber meistens so eingeteilt, dass es immer gut funktioniert. Die gesamte letzte Woche bin ich zum Beispiel bei einem japanischen Pärchen mitgefahren, die morgens IMMER japanische Musik laufen hatten. Da hast du schon Kopfschmerzen, wenn du auf der Weinfarm ankommst. Außer einmal auf der Rückfahrt da liefen die Prinzen mit  ,,Das alles ist Deutschland‘‘ ich weiß nicht, ob die mir damit etwas sagen wollten.. Nachdem wir dann auf der Weinfarm angekommen sind, holst du dir eine Nummer die du dann in die von dir gepflückten Eimer steckst, damit die Leute von der Abrechnung auch wissen, wie viel du gepflückt hast und dann geht es auch schon los! Das muntere pflücken. Wie viel gepflückt wird hängt vom Farmer ab, manchmal nur 3 Stunden, allerdings war ich  auch schon mal 6 Stunden los. Das Problem ist, wenn du so lange pflückst, lässt einfach irgendwann die Konzentration nach. Dann schneidest du dir mal kurz in den Finger und bist wieder auf 100 %. In den ersten Tagen habe ich mich jeden Tag mindestens einmal geschnitten, aber jetzt geht es ganz gut. Die Schere ist auch nicht mehr so scharf.

Manchmal gibt es nach dem Picking noch extra Arbeit, dann heißt: es schnell sein, denn dort werden immer nur ein paar wenige gebraucht. Außerdem sind alle sehr heiß auf diese Jobs, da man hier nach Stunden bezahlt wird. Zurzeit bin ich als ,,extra‘‘ unterwegs. Wir jäten Unkraut auf einem Gebiet, das so groß ist wie ein Fußballfeld. Außer am Dienstag, da hatte ich eine ganze besondere Arbeit zu verrichten.  Am Montag hatte ich einen Anruf von der Agency, da ich nämlich bei dem Feld ,,Traktor‘‘ expierience: yes geschrieben hatte und sie kurzfristig einen neuen Fahrer benötigten, durfte ich also am Dienstag Traktor fahren. Das  war ein Spaß! Meine Aufgabe bestand darin, mit dem Traktor durch die Reihen zu fahren und die Bucket boys haben die vollen Eimer in meinen Anhänger gekippt und wenn der voll war, bin ich zur Fabrik gefahren, wo die Behälter mit den Trauben abgeladen wurden. Das war ein richtig schöner Job, aber leider nur ein Tag .. aber vielleicht rufen sie ja nochmal an.

Und nach der Arbeit geht es auf das Wasser, surfen. Auch wenn es manchmal echt hart ist, sich los zu reisen, aber wenn du dann auf dem Brett sitzt und auf das offene Meer raus siehst und bis zum Horizont nur Wasser ist, dann hat sich die Mühe wieder gelohnt.

Desweiteren bin ich jetzt stolzer Besitzer eines Ford Fairmont. Nach langem hin und her konnten wir uns doch dazu durchringen ein Auto zu kaufen da es das weiter reisen erleichtern wird, hoffentlich. Wir werden auch im Laufe der Woche das Hostel verlassen und auf einen Campingplatz umziehen.

 

Space-ShuttelIch und Mein Traktor

Logbucheintrag 6: Salzwasser

Sonntag, 09.02.2014

Die Van Rückgabe verlief zum Glück ohne größere Probleme, obwohl das ein oder andere Teil nicht mehr ganz so war, wie bei der Abholung. Danach waren wir noch ca. 14 Tage in Perth. In einem 4,5 Sterne Hostel, indem es sogar einen Pool gab, was bei höchsten Temperaturen um die 42 Grad sehr gut war. Desweiteren gab es in jedem Raum eine Klimaanlage, was einem eigentlich den Aufenthalt verschönern sollte. Bei mir bewirkte sie allerdings das ganze Gegenteil. Ich hatte ab der ersten Woche Halsschmerzen, woraufhin ich jeden Abend die Klimaanlage abstellte und das Fenster öffnete. Es befanden sich allerdings Bahnschienen vor dem Fenster, somit kann man sich vorstellen, dass nicht jeder in dem Zimmer so begeistert von meiner Idee war. Da mussten sie aber durch. Perth ist eine schöne Stadt. Das Hostel lag genau im Stadtkern, was für Shoppingbegeisterte perfekt wäre, aber wer will schon bei Temperaturen um die 37 Grad shoppen gehen? Zum Strand mussten wir immer die Bahn nehmen und dieser Stadtstrand war natürlich auch vollkommen überlaufen. Naja wir waren halt auch ein wenig verwöhnt von den traumhaften Stränden, die wir auf unserer Vantour gesehen haben. Generell sind solche Großstädte nichts für mich. Sie sind total überlaufen und man gibt nur einen Haufen Geld aus. Doch Perth war sowieso nur eine Zwischenstation. Im Februar beginnt nämlich die Traubensaison in Margaret River, was ca. 280 km entfernt von Perth liegt und da wir so langsam unsere Reisekasse auffüllen mussten, entschieden wir uns dahin zu reisen. Da wir aber nun kein Auto mehr hatten mussten wir 2 Stunden mit der Bahn und danach nochmal 2,5 Stunden mit dem Bus fahren. Glücklicherweise habe ich vor unserer Abreise nochmal mit dem Hostel telefoniert und unsere Buchung bestätigt, ansonsten wäre alles ausgebucht gewesen. Hier suchen wirklich eine Menge Leute nach Arbeit zurzeit. Doch nun sind wir endlich aus der Großstadt raus und sehen wieder schöne Strände. Wobei letzteres leider ca. 17 km entfernt ist. Bei unserem ersten Stopp in Margaret River, sagte uns der Hostel Betreiber, dass hier alles über Arbeitsvermittler läuft, also die Traubenfarmen gar nicht selber suchen. Dieser Tipp kam leider ein wenig zu spät, denn zuvor haben wir an jeder Weinfarm angehalten und nach Arbeit gefragt, was nicht gerade auf Begeisterung auf Seiten der Farmer gestoßen ist. Wo wir allerdings mit dem Van hier waren hatte die Registration noch nicht begonnen, somit mussten wir auf jeden Fall pünktlich wieder hier sein. Was wir auch waren, nur konnte keiner diesen Ansturm erahnen. Die Registrierung war dann auch sehr unspektakulär. Wir standen 3 Stunden an, um unseren Namen in eine Liste zu schreiben, die schon ziemlich verschlissen aussah. Danach hieß es: ,,Wir melden uns bei euch.‘‘

Zwischen zeitlich habe ich einen weiteren Backpacker aus der Stadt, wo Jägermeister aus dem Wasserhahn kommt, kennen gelernt. Er ist schon länger hier und hatte bereits einige Surfstunden und die Boards bekam er zu sehr guten Preisen. Dennoch bestand das Problem, dass der Strand zu Fuß zu weit entfernt war und es zwar einen Shuttlebus gab, aber pro Person 10 Dollar war mir zu teuer. So hatten wir nur eine Möglichkeit zum Strand hin und zurück zukommen: Hitchhiking (trampen). So machte ich mich mit ihm auf und trampte das erste Mal. Am Anfang war es echt ein komisches Gefühl, doch ich hatte gar keine Zeit länger darüber nach zu denken, weil wir noch nicht mal 5 Minuten standen, als jemand anhielt und uns mit zum Strand nahm. Dort liehen wir uns dann Boards aus und dann ging es rein in das Getümmel. Ich kann echt sagen, dass es viel viel schwieriger ist, als es aussieht. Aber es macht echt extrem viel Spaß, besonders wenn man kleine Erfolge feiern kann. Dazu kommt noch das Margaret River nicht gerade der beste Spot ist um mit dem Surfen zu beginnen aber Josh (das ist der Inhaber der Surfschule) sagt uns immer mit einem breiten grinsen im Gesicht: ,,Guys, Keep on Surfing‘‘. Und diesen Rat nahmen wir uns sehr zu Herzen und trampten jeden Tag zum Strand. Nach ca. einer Woche reiste der Wolfenbütteler weiter aber mich hat das Surf-Fieber gepackt und somit sieht mein Tagesablauf sehr einfach aber dennoch nicht langweilig aus:

SURF EAT SLEEP REPEAT !!!

 

Aber dann bekam ich eine Nachricht von der Organisation, dass wir eine Möglichkeit haben, ein paar Trauben zu pflücken. Diese Möglichkeit wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin hoch motiviert um 4 Uhr aufgestanden und zur Organisation gegangen. Dort stand mein Name natürlich auf keiner Liste, also musste ich mich durchfragen und durch ein paar Zufälle war ich dann doch in Team 2 eingeteilt. Die erste Hürde war schon mal genommen. Jetzt musste ich nur noch einen fahrbaren Untersatz finden. Doch auch das gestaltete sich einfacher als gedacht, da dort auch viele Leute von meinem derzeitigen Hostel arbeiten wollten, hatte ich schnell eine Mitfahrgelegenheit gefunden. Wir sind leider nur bis ein paar Kilometer hinter das Ortsschild gekommen, als unser Auto einfach ausging und die gesamte Arbeiter Kolonne an uns vorbei fuhr. Somit war mein erster Arbeitstag ins Wasser gefallen. Hier ist das auch alles ein bisschen anders, wenn man einen Tag nen Job als Fruit-Picker hat, bedeutet das nicht, dass man morgen wieder einen hat. Es ist ähnlich wie mit dem surfen: es sieht einfacher aus als es ist! Aber beim surfen muss man wenigstens nicht um 4 Uhr aufstehen..

 

Aber so hatte ich endlich mal Zeit dazu, einen neuen Eintrag zu schreiben.

 

Logbucheintrag 5: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Sonntag, 12.01.2014

Ich wünsche euch, wenn auch ein wenig verspätet, natürlich noch ein gesundes, frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr es ordentlich habt krachen lassen. Mein Jahreswechsel war ein wenig komplizierter aber als erstes wird ja  Weihnachten gefeiert.

Dies haben wir in Esperance gemacht, welches eine Stadt in Westernaustralien mit den wohl schönsten Stränden ist. Diese haben fast alles bis dahin gesehene in den Schatten gestellt: weißer Strand und Kängurus direkt am Wasser. Dort haben wir uns auch zu den Feiertagen einen richtigen Campingplatz gegönnt mit Strom, Duschen etc. Vorher waren wir ausschließlich auf freien Campingspots gewesen, wo es, wenn wir Glück hatten, ein Plumpsklo gab, welches natürlich nur im Idealfall Toilettenpapier hatte. Dafür war es kostenlos und man hat eine Menge netter Menschen kennen gelernt. Aber zu Weihnachten haben wir uns mal einen richtigen gegönnt. Auf diesem herrschten natürlich auch andere Regeln, als auf solch einer free Campingarea. Wir lernten am ersten Abend Gaby und Lynn kennen, die schon seit 2 Jahren gemeinsam durch Australien reisen und somit natürlich viel zu berichten hatten. Dabei kann es durchaus auch schon mal ein wenig lauter geworden sein, das will ich gar nicht abstreiten. So empfand es jedenfalls ein LKW Fahrer, der mich nur mit einem Handtuch bekleidet in der Dusche erschreckte. Er gab mir auf Englisch deutlich zu verstehen, dass er gestern Abend anscheinend nicht ganz sooooo viel Spaß hatte wie wir. Aber davon haben wir uns nicht ausbremsen lassen, es war ja schließlich fast Weihnachten. Bei euch war es ja am 24.12 schon so weit, hier wird allerdings erst am 25.12 so richtig geweihnachtet und an diesem Tag hatten uns die beiden ganz typisch zum Barbecue eingeladen. So kam es, dass ich an Weihnachten in Shorts und T-Shirt am Strand saß und mir das Essen schmecken ließ. Es war total anders und deswegen wollte so richtige Weihnachtsstimmung wohl auch nicht aufkommen, da man es einfach ganz anders gewohnt ist. So gingen die Weihnachtstage dahin. Natürlich nicht ohne eine paar sehnsüchtige Gedanken an zu Hause zu schicken.

Danach sind wir weiter Richtung Albany gefahren. Dadurch, dass sich unsere Abfahrt aus Esperance ein wenig verzögerte (wir wollten so gegen 14 Uhr los, daraus wurde dann 20 Uhr, da die Strände einfach zu schön waren) konnten wir Albany nicht mehr erreichen und mussten noch eine Nacht auf dem Weg dahin in einer anderen Stadt schlafen. Und dann begann der Spaß glücklicherweise erst kurz vor Albany: Erst hörten wir ein schleifendes Geräusch vom linken Vorderrad, woraufhin wir sofort stoppten, nicht dass sich eine Radmutter gelöst hat. Nachdem wir alles überprüft, aber nichts gefunden hatten, ging die Fahrt dann erst mal weiter. Dann war dieses Geräusch auch verschwunden, aber ein Auto kann sich ja nicht alleine reparieren. Also begann es nach dem Ortseingangsschild von vorne, nur mit dem Unterschied, dass es wesentlich lauter war und auch anfing zu stinken. Okay was hat uns unser persönlicher Betreuer Mark gesagt? - Anhalten und die RAC (das ist der Australische ADAC) anrufen. So haben wir es dann auch gemacht. Doch das telefonieren mit einem richtigen Aussie gestaltete sich problematischer als gedacht. Nach endlosem hin und her haben die dann auch verstanden, wo wir sind. Unser großer Vorteil war, dass wir es noch bis Albany geschafft hatten und dort an einer Information Bay standen, somit war der Mechaniker auch innerhalb von einer Stunde vor Ort. Wir haben ihm das Problem geschildert und er hat unser ,,Zuhause‘‘ erst mal aufgebockt. ,,Manchmal sind es nur Steine, die sich zwischen Bremsbacken und Scheibe verhacken‘‘, sagte er. Auch wenn ich jetzt die ganze Spannung raus nehme, das war es leider nicht. Der gute Mann konnte unser Rad in sich bewegen obwohl alle Rad Mutter fest angezogen waren. Weiterfahren war also unmöglich. Aber es war Freitagabend, kurz vor Sylvester und wir wollten eigentlich nur einen kurzen Stopp in Albany machen. Ein bisschen einkaufen, ein wenig die Stadt angucken und dann gleich weiter, doch danach sah es jetzt nicht mehr aus. In der Zeit wo wir auf den Abschlepper warten mussten, haben wir uns um einen Campingplatz gekümmert, denn unser eigentlich gedachter Schlafplatz war irgendwo hinter Albany. Nach endlosen Absagen hatten wir dann doch noch Glück und dann kam auch schon der Abschlepper, der uns zu unserem Schlafplatz brachte.

Das Problem war nur, dass der Caravanplatz ca. 12 km vor der Stadt lag und wie ich ja bereits erwähnt habe, gingen unsere Vorräte langsam zur Ende. Dann war Wochenende. Da wir den Van nicht bewegen durften, mussten wir einen Mechaniker finden, der zu uns kommt. Doch dies ist besonders am Wochenende ungefähr so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto plus Superzahl. Dennoch versuchten wir unser Glück, da wir unbedingt weiter fahren wollten und es war ja wirklich nicht mehr so weit bis nach Perth. Dazu kam noch, dass wir keinen Handyempfang hatten, von Internet ganz zu schweigen. Um mit der Autovermietung zu sprechen oder einen Mechaniker zu finden mussten wir immer das Telefon der Rezeption benutzen. Das führte dazu, dass wir sehr schnell ,,per du‘‘ mit dem Platzbesitzer Harry waren, der mit einem kleinen umgebauten Roller auf dem Platz für Ordnung sorgte. Das war auch eigentlich kein richtiger Campingplatz, das war eher eine offene kleine Gartensiedlung mit vielen Dauercampern, die natürlich alle von unserem Problem wussten. So kam es dazu, dass ich abends beim Zähneputzen von einem mir wild fremden Mann nach unserem Van gefragte wurde. Irgendwann haben wir dann realisiert, dass wir keinen Mechaniker hierher bekommen und dass wir auch kaum noch was zu essen haben. Also mussten wir den langen Weg, bei 28 Grad auf uns nehmen, damit wir wenigstens das Wochenende überstehen. Dabei ist das Foto mit den Fliegen entstanden. Na wie viele Fliegen zählt ihr...?

Am Montag bekamen wir dann einen Anruf, dass das Auto abgeholt wird. Als wir gerade dabei waren, das nötigste zusammen zu packen, stand auch schon der Abschlepper auf dem Hof. Der Mann machte richtig Druck, sodass wir uns nur ganz fix das Wichtigste zusammen gesucht haben, weil wir ja eh davon ausgegangen sind, dass wir den Van spätestens am Dienstagnachmittag wieder zurück haben. Deshalb sind wir auch noch eine weitere Nacht bei Harry in einem seiner Caravans geblieben. Es waren nur noch ca. 411 km bis nach Perth, was für australische Verhältnisse gleich um die Ecke ist und Harry meinte auch, dass es locker zu schaffen ist. Also war Sylvester in Perth wohl doch noch möglich. Aber nur bis 12 Uhr des Folgetages. Dort stellte die Werkstatt dann plötzlich fest, dass sie das Ersatzteil gar nicht da haben und es auch vor dem 2.Januar nicht eingebaut ist. Also hatten wir 2 Möglichkeiten: entweder mit Harry und der gesamten Dauercamper-Brigade Sylvester zu feiern oder uns ein Hostel in der Stadt zu suchen. Wir entschlossen uns für letzteres und Harrys Bruder Frank fuhr uns dann auch noch in die Stadt. Das Problem war, dass es sich um den 31. Dezember handelte und somit fast alle Hotels/Hostels ausgebucht oder extrem teuer waren. Aber nach 3 Stunden Suche fanden wir noch ein freies Plätzchen in einem netten Hostel, sogar in Stadtnähe, wo wir dann Sylvester feiern konnten.

Am 2. Januar war der Van dann glücklicherweise auch fertig. Sodass wir über Margret River und Brunby nach Perth gefahren sind und den Van am 8. Januar abgeben konnten.

Jetzt haben wir uns für ne Woche in einem Hostel eingemietet und dort sitze ich jetzt auf dem Balkon und schreibe meine Zeilen und gucke mir den Sternenhimmel an.  

Esperance Freunde fürs Leben Waldbrand bei Margaret River

Logbucheintrag 4: Wasserfälle und Delfine

Freitag, 20.12.2013

Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag. Wir sind natürlich immer noch auf der Straße unterwegs, aber die Great Ocean Road haben wir schon weit hinter uns gelassen. Doch fangen wir vorne an oder besser gesagt: bei den 12 Aposteln, welche das markanteste Merkmal dieser viel befahrenden Straße  bilden. Hierbei handelt es sich um eine Felsformation, die sich gerade in den Himmel erhebt und davon gab es einmal 12 Stück, nur sind von manchen jetzt leider nur noch Stummel zu sehen. Dadurch, dass es sich bei den 12 Aposteln um die Sehenswürdigkeit schlechthin handelt, hält dort natürlich ein Touristenbus nach dem anderen, was leider diesem Ort ein wenig die Magie nimmt. Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht einen Plan B in petto gehabt hätten. Dieser beinhaltete folgendes: Wir wollten nochmal ein Stück zurück fahren, weil wir dort eine Treppe gesehen hatten, die direkt zum Strand runter führt, wo man sicher ganz in Ruhe, schöne Bilder machen konnte. So taten wir es dann auch. Aber einfach nur Fotos mit mir und diesen Felsen im Hintergrund schien mir ein wenig unpassend und viel zu langweilig, deshalb musste fix eine gute Idee her und dann war auch schon das Foto mit dem Kopfstand im Kasten. Bevor es aber dazu kam wurde ich von einer Welle umgerissen und komplett durchnässt, da ich meine ersten Versuche zu nah am kühlenden Element durchführte.

Unser nächster planmäßiger Halt wäre eigentlich Adelaide gewesen. Doch wir haben von anderen Reisenden erfahren, dass es einen tollen Nationalpark im Norden gibt, den wir uns unbedingt ansehen sollen und so musste Adelaide noch ein wenig warten.. Und sie hatten wirklich Recht ‘‘The Grampians‘‘ haben sich gelohnt. Dort haben wir wundervolle Wasserfälle gesehen. Auf dem Weg vom Auto dahin kam uns ein deutscher Mann entgegen, der uns geraten hat den Weg bis zum Ende zu gehen, da es sich ‘‘wirklich lohnt‘‘ sagte er..

Diesem Mann haben wir all unser Vertrauen geschenkt und sind mal wieder ohne Wasser und Lunch Paket losgelaufen. Das machen wir übrigens immer so die ganzen ‘‘do not‘‘ stehen bei uns ganz oben auf der Liste. Ein paar Beispiele: wir gehen oft Holz suchen im tiefsten Wald, dort wo die Gräser hüfthoch stehen und das in Badeshorts und Sportschuhen oder wir laufen direkt nach dem Aufstehen ohne zu frühstücken oder sich Wasser mit zunehmen einen Berg hinauf.. das waren nur ein paar Beispiele von vielen. Naja es hört sich wahrscheinlich schlimmer an, als es ist  aber wir lernen daraus. Das hoffe ich zu mindestens..

Okay zurück zum Wasserfall. Wir also los gelaufen immer schön den Weg entlang der einfach kein Ende nehmen wollte. Vorbei an wirklich schönen Wasserfällen aber irgendwann war es nur noch ein Weg neben einem Fluss. Wir hatten aber immer noch die Worte von dem Mann im Ohr ‘‘es lohnt sich‘‘ also Zähne zusammen beißen und durch. Naja es kam natürlich kein Wasserfall mehr am Ende des Weges und wir sind 2 Stunden total verschwitzt durch den Wald geirrt. Selbstverständlich gab es nirgends eine Dusche, aber ich bin ja der Meinung, dass ein Backpacker immer von einem ganz besonderen Dufte umgeben sein muss.  Lächelnd

Nach diesem Ausflug ging es aber ohne Umwege weiter nach Adelaide, welche seit langem mal wieder eine größere Stadt war. Das Problem an großen Städten ist allerdings, dass sie sehr Camper unfreundlich sind. Wir wollten aber auf jeden Fall 2 Tage dort bleiben, also haben wir uns einen Tennisplatz gesucht, der ein wenig außerhalb lag und gehofft, dass der Sheriff oder die Nachbarschaftswache uns in Ruhe lässt und das Glück war auf unserer Seite. Adelaide ist eine sehr schöne Stadt faszinierend ist, dass der innere Stadtkern mit Parks vom Rest abgetrennt ist.

Danach ging es weiter nach Marion Bay, wo wir bis jetzt den schönsten legalen Schlafplatz hatten. Er lag direkt an einer Klippe und einen Sandstrand hatten wir direkt vor der Tür. Es war einfach ein wundervoller Ort, wenn wir nicht den Abgabetermin hätten, würden wir sicherlich immer noch da stehen. Als wir am Abend angekommen sind stand ein weiteres Auto dort und da der Platz recht abgeschieden war, dachten wir auch, dass es so bleibt. Aber der Platz war bei Surfern sehr angesagt, sodass wir am nächsten Tag regelrecht von anderen Autos zugeparkt waren. Die Entschädigung dafür folgte aber bald darauf: als wir an einem Felsvorsprung saßen und den Surfern zusahen, tauchte nämlich ein Rudel von 5-6 Delphinen auf, die einfach zwischen den Surfern durchschwammen. Leider hatte ich die Kamera im Van gelassen. Das konnte ja auch keiner ahnen...

Danach ging es weiter nach Port Wyalla, Port Lincoln. Wir sind immer auf der A1/B100 unterwegs und haben jetzt das Outback hinter uns gelassen und unendlich viele Tankfüllungen durch unseren Van gejagt.

Total faszinierend ist, dass nach Port Lincoln keine Stadt mehr folgte. Selbst die Bezeichnung ‘‘Dorf‘‘ wäre maßlos übertrieben. Das waren wirklich nur Tankstellen mit Ortsnamen. In einer solchen Tankstelle in Norseman sitze ich gerade und tippe meinen Text, weil es hier endlich mal Internet gibt mein mobiles ist nämlich schon lange abgelaufen.

 

Wo wir Weihnachten sind, weiß ich noch nicht.  Ich wünsche euch allen aber einen fleißigen Weihnachtsmann und einen guten Rutsch in das neue Jahr.

 

  Frohe Weihnachten!  Auflösung: Na wer hat den Koala wirklich gefunden?

Logbucheintrag 3: Los geht die Fahrt!

Donnerstag, 05.12.2013

Am 30.11.2013 haben wir unseren Camper Van ohne Probleme von unserem persönlichen Betreuer Mark bekommen. Ich nenne ihn deshalb so, weil ohne ihn dieser Road Trip nicht möglich gewesen wäre. Er war derjenige, der alle Hebel in Bewegung setzte, damit wir doch noch ein Auto in unserer Preisklasse bekommen.

Also haben wir am Samstag den Camper Van geholt, der auch bei der Besichtigung sehr groß aussah. Als wir ihn dann aber mit unseren riesigen Reiserucksäcken beziehen wollten, merkten wir schnell, dass da so viel Platz nicht ist, aber für 40 Tage wird es wohl passen.

Dann gab es noch eine Einweisung, die irgendwie nicht enden wollte, dabei  juckte es uns allen schon in den Fingern. Wir wollten endlich raus auf die Straße! Nachdem wir die ellenlange Einweisung endlich geschafft hatten, ging es los und da ich der Fahrer mit der meisten Praxis bin durfte ich auch starten. Boah, das war was plötzlich auf der falschen Seite zu fahren, aber man muss sich halt daran orientieren, dass man niemals, ja wirklich niemals als Fahrer zum Bordstein sitzt und dann passt das schon. Unser persönlicher Betreuer hat uns natürlich noch eine Karte zum nächsten K-markt ausgedruckt und nach etlichem hin und her gefahre, haben wir den auch gefunden. Dort haben wir uns erstmal mit Camping Zubehör eingedeckt und waren für 160 Dollar einkaufen. Danach ging es auch endlich los, raus aus dem Großstadt Gewusel und weg von den Anzugträgern und erdrückenden Wolkenkratzern.

Unseren ersten Schlafstopp hatten wir in Torquay, welche die indirekte Surfer Hauptstadt ist. Dort haben wir das Meer gesehen. Melbourne liegt in einer Bucht mit einem Kanal zum Meer. Toruqay hat hingegen einen schier endlosen Strand und traumhafte Wellen. Das war nach den 10 Tagen Melbourne absolut faszinierend. Nur leider waren wir mal wieder komplett hinter unserem Zeitplan, sodass es zu dämmern begann und wir uns somit auf die Suche nach einem Platz zum Übernachten machen mussten. Dies gestaltete sich allerdings komplizierter als gedacht. Da unser Auto mit zahlreichen Werbestickern alles andere als dezent ist (es fehlt nur noch eine Rundumleuchte um noch mehr aufzufallen), hatten wir auch gleich Kontakt zu dem Sheriff, der uns erstmal zum Alkoholtest aufforderte und  uns seine paar Brocken Deutsch hören lies. Bei der Kontrolle waren wir alle so aufgeregt, dass keiner daran gedacht hat, nach einem Campingplatz zu fragen. Also hieß es: erstmal wieder weiterfahren. Nach einiger Zeit hatten wir dann aber alle die Nase voll, sodass wir uns einfach auf einen Sportplatz Parkplatz irgendwo im nirgendwo hingestellt haben, in der Hoffnung, dass hier keine Polizei vorbei kommt. Als wir gerade alles fertig zum schlafen gemacht hatten, fuhr mit Aufblendlicht und voll karacho ein Auto auf den Parkplatz. Wir haben uns alle gedacht: Bitte, lass es bloß nicht wieder den Sheriff sein. Und wir hatten Glück. Irgendjemand musste mitten in der Nacht mit seinem Hund Gassi gehen.

Am nächsten Tag sind wir gleich wieder runter zum Strand getuckert und haben dort gefrühstückt. Anschließend ging es auf die Great Ocean Road, die ihren Anfang hinter Torquay hat. Wir fuhren vorbei an endlosen Stränden und Buchten. Unser nächster Schlafstopp war in Lorne. Dort angekommen waren wir so aufgeheizt von der Fahrt, dass wir  erstmal in  das Wasser mussten, um uns abzukühlen. Der große Vorteil hier war, dass es am Strand Duschen for free gab. Zwar waren die so kalt, dass da eigentlich Eiswürfel raus kommen müssten, aber egal Hauptsache duschen. Trotz dieser Kälte konnte ich meine Duschzeit aber nicht einschränken, sodass wir uns wiedermal viel zu spät auf die Suche nach einem Campingplatz machten. So fuhren wir also in kompletter Dunkelheit eine unbefestigte Straße entlang, weil unser Campingbuch meinte: Ja ihr seid auf dem richtigen Weg, hier irgendwo ist ein Schlafplatz für euch. Nach einer halben Stunde Fahrt haben wir ihn auch gefunden. Da waren wir sowas von erleichtert.

Am nächsten Morgen war es einfach viel zu warm zum weiterfahren, also sind wir erstmal runter zum Strand. Bevor es los ging, Richtung Apollo beach war noch einmal free duschen angesagt, nur diesmal hatte ich eine gute Ausrede für meinen Duschmarathon. Ich lernte nämlich einen Surfer kennen, der Richtung Melbourne unterwegs war und dieser freundliche Typ malte mir sofort den Weg zu unserem nächsten Campingplatz auf. Leider ist der Zettel mit in die Wäsche gekommen, sodass ich ihn euch nicht zeigen kann. Dieser Platz war aber wirklich genial, dort haben wir also die Nacht verbracht und unseren ersten Koala gesehen. Könnt ihr ihn auch sehen? Wenn ja schreibt doch in die Kommentare wo er ist.

 

So wir tuckern weiter die Great Ocean Road entlang bis Adelaide.

Euch allen eine schöne Adventszeit . Ich gehe jetzt noch ein bissel schwimmen, sitze nämlich gerade am Meer.

 

 

  Wo ist der Koala?

Logbucheintrag 2: Pinguine in Australien?!

Freitag, 29.11.2013

Wir waren vor ein paar Tagen am Strand ,,St Kilda''. Das schöne Wetter und die Temperaturen von 26 Grad waren einfach perfekt für einen Strandausflug. Dort trafen wir einen Aussi, der uns von wilden Pinguinen erzählte, die abends von der Futtersuche zurück zum Pier kommen, um dort ihre Jungen zu füttern und die Nacht zu verbringen. Dieses Schauspiel wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, sodass wir abends um 20 Uhr nochmal mit der Tram zum Strand gefahren sind. Nach einer guten Stunde kam wirklich einer nach dem anderen aus dem Meer geklettert. Leider sind die Aufnahmen sehr unscharf, da es sehr dunkel war und man natürlich nicht mit Blitzlicht fotografieren durfte. Wir wollten ja auch nicht, dass ein Pinguin einen epileptischen Anfall bekommt. Am Tag darauf war Waschtag, auch diese Hürde meisterten wir mit Bravour. Nur der Fahrstuhl im Hostel war an diesem Tag nicht auf unserer Seite. Wir saßen 1,5 Stunden darin zu 6 fest, bis wir endlich gerettet wurden. Dafür hatten wir aber am Tag darauf sehr großes Glück. Seit einiger Zeit stand bei uns die Frage im Raum, ob wir ins Hinterland von Australien fahren wollen. Ja? Nein? Nach zahlreichen Planänderungen entschieden wir uns dafür, ein Auto zu mieten und damit bis nach Perth zu fahren. Der Vorteil war, dass ich aufgrund meiner Autosuche den Weg zur Autovermietung schon kannte und wir somit nicht noch ewig in der riesengroßen Stadt herum irren mussten. In der Autovermietung angekommen, zerplatze unser Traum vom Camper Van wie eine Seifenblase. Hier in Australien ist nämlich gerade High Saison und somit waren fast alle Autos bereits verbucht und es gab nur noch Modelle, die unseren finanziellen Rahmen restlos gesprengt hätten. Ohh, da machte sich so eine große Enttäuschung breit, weil wir alle genug haben von den Anzugträgern in Melbourne und unsere Reise nun endlich fortsetzen wollten. Anscheinend sah man uns diese Enttäuschung wirklich an, denn der Vermietungschef setzte auf einmal alle Hebel in Bewegung um uns doch noch eine Weiterfahrt zu ermöglichen. Nach endlosen Gesprächen am Telefon bekommen wir jetzt am Sonntag das große Auto zum kleinen Preis. Wir sind echt glücklich darüber, endlich aus der Stadt raus zukommen. Dann sind wir erstmal 40 Tage unterwegs. Unsere Reise wird immer entlang der schönen Great Ocean Road gehen. In Adelaide gibt es vermutlich einen kurzen Zwischenstopp, bevor es dann weitergeht, immer der Nase nach bis nach Perth. Ich werde natürlich versuchen euch so gut es geht auf dem Laufenden zu halten.. Bis dahin erstmal: Bye-bye. See ya!

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